Pressedienst vom 12. Februar 2025
Nach einem Leben voller Arbeit reicht es nicht, wenn die Rente einfach nur Armut vermeidet. Vielmehr muss sie den erarbeiteten Lebensstandard weitgehend und dauerhaft sichern. „Die künftige Bundesregierung muss daher das Rentenniveau auf mindestens 50 Prozent erhöhen – sonst sind zu viele Menschen im Alter trotz langer Erwerbsbiografie arm. Zur Sicherung der Rente sind zudem der Großteil der Beschäftigten und hier insbesondere die Jüngeren bereit höhere Beiträge zu zahlen“, sagt Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes. „Außerdem darf es keine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze geben, die angesichts des tatsächlichen Renteneintrittsalters für viele Menschen nichts anderes als eine Rentenkürzung bedeuten würde“, so Caspar.
Jahrzehntelang hatte sich ein Rentenniveau bewährt, das nach heutiger Berechnungsweise bei rund 53 Prozent liegt. Durch gezielte politische Eingriffe wurde es im Zeitverlauf immer weiter abgesenkt. Zuletzt verhinderte der vorzeitige Bruch der Ampelkoalition die im Rentenpaket II vorgesehene Haltelinie bei 48 Prozent – die Altersrenten drohen also in Zukunft noch weiter zu sinken, wenn die Politik nicht endlich handelt. Die künftige Regierung muss hier nach der Wahl unverzüglich reagieren und eine Haltelinie einziehen, die bei mindestens 50 Prozent liegt und dauerhaft gilt: „Die Beschäftigten müssen darauf vertrauen können, dass sich Arbeit und Rentenbeiträge bezahlt machen und man im Alter entsprechend seiner Vorleistung auskömmlich versorgt ist“, sagt Caspar.
Aufgrund des demografischen Wandels kann eine Erhöhung des Rentenniveaus zwar zu höheren Beiträgen führen. Dies stellt aber für alle Beschäftigten, gerade auch für die heute Jungen, ein gutes Geschäft dar: Für etwas mehr Geld erhalten sie so ein weiterhin sehr leistungsstarkes und krisensicheres „Produkt“, das der Kapitalmarkt nicht liefern kann. Wie die Ergebnisse unseres SozialstaatsRadars 2025 zeigen, sind 63 Prozent der sozialversichert Beschäftigten bereit, etwas höhere Beiträge zu leisten, um die Renten zu sichern. Weitere 12 Prozent sind sogar bereit, deutlich höhere Beiträge zu zahlen, wenn dadurch die Renten steigen. Auffällig ist: Die Jüngeren weisen eine besonders große Bereitschaft auf, deutlich höhere Beiträge für eine gute Rente zu zahlen. Vom häufig beschworenen Generationenkonflikt bei der Finanzierung der Rente kann also keine Rede sein .…..
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