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Pressedienst vom 27. April 2026

Teilqualifizierungen gewinnen als Instrument der beruflichen Nachqualifizierung zunehmend an Bedeutung. Doch ohne verbindliche Standards drohen sie hinter ihrem Anspruch zurückzubleiben. Die Arbeitskammer des Saarlandes und die Arbeitnehmerkammer Bremen legen deshalb ein gemeinsames Positionspapier vor – und fordern klare Rahmenbedingungen, damit Teilqualifizierungen tatsächlich zum Berufsabschluss führen.

„Gerade Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss gehören zu den Verlierern der Transformation“, sagt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes. „Für sie braucht es neben der klassischen Ausbildung zusätzliche Wege zum Abschluss. Teilqualifizierungen können ein wirksames Instrument sein – wenn die Qualität stimmt.“

Die Kammern begrüßen die jüngste Empfehlung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), stärker auf Qualitätssicherung und Standardisierung zu setzen. Zugleich warnen sie vor einer Fehlentwicklung: Teilqualifizierungen dürften nicht zur kurzfristigen Fachkräftebeschaffung missbraucht werden. „Im Zentrum muss der vollwertige Berufsabschluss stehen – nicht die schnelle Deckung akuter Personalbedarfe“, betont Otto. Ebenso klar sei: Teilqualifizierungen dürfen keine Konkurrenz zur dualen Erstausbildung werden.

Damit das Instrument sein Potenzial entfalten kann, formulieren die Kammern konkrete Mindestanforderungen. Dazu gehören verlässliche Freistellungsregelungen für Teilnehmende, eine kontinuierliche Beratung vor und während der Qualifizierung, gesicherte Übernahme der Kosten sowie ein ausreichendes Angebot an Modulen am Markt.

Für die Kammern ist jedoch ebenso klar: Teilqualifizierungen sind kein Allheilmittel. „Sie sind ein Baustein unter mehreren“, so Otto. Entscheidend bleibe eine insgesamt gestärkte Berufsbildung. Gefordert seien flexiblere Wege zum Abschluss, eine flächendeckende Anerkennung von Kompetenzen und gezielte Unterstützungssysteme. „Nur so schaffen wir bessere Chancen auf Ausbildung und einen anerkannten Berufsabschluss – für junge Menschen wie für Erwachsene.“


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